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PlakatAm Montag, 3. August 2009 war es auch für die 9 Angemeldeten des ECI so DasDritteGleis-Tribuene weit: Bei trocken gewordenem Wetter trafen wir uns im Theaterbeizli im Bahnhof Töss bei einem Glas Bier oder ähnlichem und freuten uns auf die Theateraufführung in dieser speziellen Umgebung.

Historischer Hintergrund

Die Idee einer nicht den Privatkapitalisten, sondern dem Volk gehörenden Schweizer Bahnlinie scheiterte am Dilettantismus ihres Hauptpromotors, des Winterthurer Stadtschreibers, Volksredners und kurzzeitigen Stadtpräsidenten Theodor Ziegler (1832-1917). Der atemraubenden Vision gemäss hätte die Linie statt der unzähligen Bahnen und Bähnchen erstmals eine gesamtschweizerische Eisenbahn-Transversale vom Bodensee an den Genfersee werden sollen, darum „Nationalbahn". Gebaut wurden von 1873 bis 1877 allerdings nur die beiden Teilstücke Winterthur-Etzwilen-Singen und Winterthur-Kloten-Baden-Lenzburg-Zofingen, da die Gesellschaft 1878 in den Konkurs geriet. Die Folgen für die vier Städte Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofingen, welche mit ihrem Vermögen für die Kredite der DasDritteGleis-Bahnhof Nationalbahn gebürgt hatten, waren verheerend. Winterthur wurde in eine drei Generationen dauernde, erst 1954 ganz zurückbezahlte Riesenschuld gestürzt, das ganze Stadtvermögen (Stadthaus, Immobilien wie die Mörsburg und Schloss Wülflingen, Eschenbergwald, Lappalien wie die Zwanzigrappenstücke, die von der Stadt für die Benützung eines Pissoirs eingezogen wurden) musste verpfändet werden und stand bis 1954 beim Kanton Zürich in Verwahrung.

Regie führte der Schwyzer Schauspieler und Regisseur Stefan Camenzind. 2007 machte er mit den Laienschauspielerinnen und -schauspielern von Göschenen und Andermatt das Freilichtspiel "D'Gotthardbahn" zum Grosserfolg, was auch für "Das dritte Gleis" eingetroffen ist. Praktisch alle 17 Aufführungen waren ausverkauft.

Eine Liebesgeschichte, verknüpft mit den üblen Machenschaften eines Verräters, durchzieht die historischen Ereignisse und bringt sie uns menschlich näher.

DasDritteGleis-Szene-gross Die Zugskomposition bestand aus der Dampflok E3/3 10, vier Personenwagen und 2 Dienstwagen, welche von der DVZO zur Verfügung gestellt und betrieben wurde. Insgesamt wurden 20 Ster Tösstaler Holz, 3 Tonnen polnische Steinkohle und 1,5 Tonnen Koks verheizt.

Nach 21/2 Stunden war die Vorstellung zu Ende und wurde mit grossem Applaus verdankt.

Eine Fotoshow mit schönen Bildern ist hier verfügbar.

Inzwischen ist eine Doppel-DVD für CHF 25.00 erschienen, die einerseits die Entstehung und das Geschehen hinter den Kulissen dokumentiert und anderseits das Schauspiel in voller Länge zeigt. Zu bestellen per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dieser Bericht ist auch als PDF-Datei (298 KB) verfügbar.